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    Frankfurt-Osthafen | KM 37,59
    Wasserstand: 177.00 cm
    am: 20.11.2017 | um: 14:30
    Kein Ruderbetrieb bei einem Wasserstand über 260.00 cm

    Die Geschichte der Frankfurter Rudergesellschaft Borussia

    Die ersten Jahre

    Am 1. 0ktober 1896 gründeten vier ruderbegeisterte junge Männer die FRG Borussia. Da die “Borussia“ auf Grund des sozialen Standes ihrer Mitglieder nicht in den Deutschen Ruderverband (DRV) aufgenommen wurden, trat sie 1897 der „Freien Deutschen Ruder-Vereinigung“, 1901 dem “Freien Deutschen Ruderverband ( FDRV ) und 1908 dem “Süddeutschen Ruderverband” ( SRV ) bei .

    1898 konnte das erste vereinseigene Boot (bisher wurde in Leihbooten gerudert) angeschafft werden und von der sich auflösende FRG “Vorwärts” deren Bootshaus an der Obermainstraße (heutige Oskar von Miller-Straße) zusammen mit einem gebrauchten Achter für 120 Goldmark gekauft werden. 1909 wurde dann von der Stadt das heutige Gelände im Rudererdorf zugewiesen, auf dem man ein aus Holz bestehendes Bootshaus erstellte.

    Im 25jährigen Jubiläumsjahr konnte man auf insgesamt 120 gewonnenen Rennen zurückblicken, darunter die Meisterschaft des FDRV im Einer 1904-1907 (Fritz Bucher), war im Besitz von 10 Booten und hatte 191 Mitglieder.
    1922, 1924 und 1925 wurde der vom SRV als Gegenstück zum Westhafen-Achter, an dem aber nur DRV-Vereine teilnehmen durften, ausgerichteten Osthafen-Achter gewonnen. 1929 Gründung einer Damenabteilung und 1931 einer Paddelabteilung. 1934 wurde dann die “Borussia” Mitglied im DRV, wo man mehrmals erfolgreich war.
    Mit der Vernichtung des Bootshauses und dem gesamten Bootsmaterial im Oktober 1943 hatte die FRG Borussia quasi aufgehört zu existieren.

    Wiederaufbau nach dem Krieg

    Am 5. Mai 1946 erfolgte dann die Wiedergründung - wie die offizielle Version damals lautete - der FRG Borussia. Auch ein provisorischer Ruderbetrieb konnte wieder aufgenommen und der erste Nachkriegssieg geholt werden. Zunächst begann man aber mit der Enttrümmerung des Gelände und mit dem Aufbau eines neuen, diesmal ein aus Stein bestehendes Bootshaus.
    1950 wurde ein neuer Anfang im Frauenrudern gemacht. daß dann aber mangels Bootsmaterial wieder eingestellt werden mußte.
    1952 trat die „Borussia“ wieder in den DRV ein und die ersten Erfolge seit 1946 stellten sich durch die Schickedanz-Mannschaft wieder ein.

    Das Jahr 1964 brachte durch Ernst Heftrich jun., der auch die ersten Auslandsstarts ermöglichte, die große sportliche Wende. Unter seinem Training wurden bis 1969 über 250 Rennen gewonnen. Bei den Jungruderer-Bestenkämpfe belegte man 1965 im Einer (Horst Mayerle) und im Vierer o.St. sowie 1966 erneut im Vierer o.St. (Gerhard Metz, Klaus Daube, Günther Burck, Franz Plitzner) jeweils den 2. Platz. Horst Mayerle gewann zweimal (1967, 1969) den Frankfurter Mainpokal und saß 1967 zusammen mit Gerhard Metz in der siegreichen Frankfurter Mannschaft des Städteachters Paris-Frankfurt. 1969 starten erstmals “Borussianer” im Nationaltrikot (Drei-Länderkampf der Junioren).

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    Nach 27jähriger Unterbrechung wurde Mitte der 60er Jahre das “Altherren-Rudern” (heutige Masters) wieder aufgenommen. Bis 2006 wurden in dieser Klasse über 900 Siege geholt, darunter die großen Erfolge auf den FISA-World-Masters, World-Masters-Games, US-Masters, German-Masters-Open, DRV Masters-Championat. Viermal wurde der Frankfurter Ebbelwei-Achter gewonnen.

    Mit einem Kostenaufwand von ca. 80.000.- DM und viel Eigenleistung der Mitglieder wurde 1967 das Bootshaus nach hinten erweitert und umgebaut.

    1969 begann man auch inder “Borussia” mit dem Kinderrudern. Bis 1984 wurden unter dem Training von Ernst Heftrich jun., Ernst Krug, Gültekin Türeli über 270 Siege geholt. Danach lag das Kinderrudern mangels Nachwuchs z.T. über mehrere Jahre brach. Zwar wurde immer wieder versucht, so 1988 und 1999 wo man auch einige Erfolge hatte, einen Neuanfang zu machen, aber es blieb danach immer nur bei einem Anfang. 2005 wurde dann das Kinderrudern wieder aufgenommen.

    Die Siebziger Jahre

    1971 wurde die Rudergemeinschaft Frankfurt (RGF) gegründet, deren sportliches Ziel das Großboot war. Es war der ersten übervereinliche Zusammenschluß dieser Art in Deutschland. Bis zur Auflösung der RGF 1982, brachten rund 30 “Borussianer” 258 Siege in die „Borussia“ ein (die Siege zählten als Borussiasiege). Darunter: Bundessieger der Junioren B, Deutscher Jugendmeister, Bronzemedaille (Junioren-Weltmeisterschaft), Deutscher Senior-B-Meister, Deutscher Meister (Vierer o.St.-Uwe Holl), Länderkampfsieger, mehrere Hessenmeisterschaften. Damit stand die „Borussia” Ende 1982 bei 1.384 Gesamtsiege seit ihrer Gründung.
    1975 veranstaltete die “BOrussia” erstmals in Frankfurt ein Schwimmfest für Ruderer. 13 Vereine aus verschiedenen Bundesländer gingen in 18 Wettbewerben an den Start. Bis 1991 richtete man das Schwimmfest für die Hessische Ruderjugend aus ehe es dann mangels Interesse eingestellt wurde. Die „Borussia” gewann 107 Wettbewerbe.

    Nach 23 jähriger Unterbrechung, wurde 1979 wieder ein Anfang im Frauenrudern gemacht, daß sich aber hauptsächlich auf Freizeit- und Wanderrudern sowie der Teilnahme am Frauen-Freizeitrudern des Hessischen Ruderverbandes beschränkte. Im seIben Jahr wurde auch das Wanderrudern wieder aufgenommen, daß dann ab 1988 zu einer ständigen Einrichtung wurde. Erstmals wurde mit Ulrich Richter ein Ruderwart gewählt.

    Unter Trainer Gültekin Türeli wurden von 1981 bis 1992 in der Junioren- und Seniorenklasse an die 300 Rennen gewonnen. Darunter durch Oliver Gondolf die Deutsche Jugend -und Senior-B- Meisterschaft, 6.Platz bei den Juniorenweltmeisterschaften und Bronzemedaille beim „Match des Seniors“’ jeweils im Doppelvierer o.St. sowie die Deutsche Vizemeisterschaft im Lgw-Achter durch Stefan Thomas. Andreas Günther holte sich die Deutsche Vizemeisterschaft im Vierer m. St. sowie mehrere Hessenmeisterschaften.
    1981 wurde die Betriebssportgemeinschaft „Sparte Rudern“ der Deutschen Bank Mitglied der FRG Borussia.

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    Nach über 40jähriger ununterbrochenen Tätigkeit als Vorsitzender, stellte sich 1988 Emil Bergmann nicht mehr zur Wiederwahl. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit Inge Gondolf als Vorsitzende und Hannelotte Meinhardt als Jugendwartin wurden erstmals zwei Frauen in den geschäftsführenden Vorstand gewählt.

    1994 stellten sich Inge Gondolf (6 Jahre Vorsitzende), Reinhard Melcher (13 Jahre Sportvorsitzender) und Dr. Hans Wenkebach (16 Jahre Schriftführer) nicht mehr zur Wiederwahl. Als neuer Vorstand wurde gewählt: Lutz Gabler (Vorsitzender), Alfred Sachtleber (stell. Vorsitzender-Kasse), Alexander Böhler (stellv. Vorsitzender-Sport), Ulrich Richter (Beisitzer-Verwaltung), Oliver Gondolf (Beisitzer- Sport).

    Bootshausumbau

    In den Jahren 1998 bis 2004 stand der Umbau des Bootshauses jeweils im Mittelpunkt der jeweiligen Jahreshaupt-versammlungen (JHV). Da der Plan die Bootshalle zu überbauen nicht machbar war, griff man wieder den Plan von 1994 auf den hinteren Bootshausteil aufzustocken. Diese Idee hatte man schon 1989.
    Darüber wurde bis 2000 mehrmals abgestimmt, ohne jedoch dafür bei den Mitgliedern eine Mehrheit zu finden. 2001 legte dann der Vorstand einen neuen abgespeckten Plan vor, für den es auch eine knappe Mehrheit gab. Auf Grund des knappen Ergebnisses schob der Vorstand aber seine endgültige Entscheidung darüber vorerst auf, da 2002 ein neuer Vorstand gewählt werden mußte. Denn Lutz Gäbler (8 Jahre Vorsitzender) und Matthias Wooge (5 Jahre Schriftführer) kan- dierten nicht mehr für diese Posten.

    Als neuer Vorstand wurde gewählt: Stefan Thomas (Vorsitzender), Matthias Scherb (stellv. Vorsitzender- Kasse), Oliver Gondolf (stellv. Vorsitzender-Sport), Stephan Amendt (Beisitzer- Schriftführer), Klaus Meinhardt Beisitzer-Sport).

    2002 konnte Christian Franz als Trainer verpflichtet werden. Unter seiner Leitung konnten von 2003 bis 2005 in der Juniorenklasse 46 Siege geholt werden. Darunter 2003 Hessischer Landessieger im Doppelvierer o. St. und im Achter (Felix Tabbert) 2005 Hessischer Jugendmeister im Lgw. Achter (Jan Richter) und bei den Deutschen Jugendmeisterschaften wurde im Lgw. Achter die Bronzemedaille geholt (Jan Richter, Felix Tabbert).

    Auf der JHV 2004 wurden erstmals seit 1988 mit Ulla Richter (stellv. Vorsitzende- Kasse) und Ulrike von Nathusius (Schriftführerin) wieder zwei Frauen in den geschäftsführenden Vorstand gewählt.
    Auf dieser JHV legte der Vorstand einen neuen Bauplan vor. So soll an der Stelle der Kegelbahn und des Kraftraums ein großer Mehrzweckraum (Kraftraum) entstehen, und die Garage zu einer kleinen Bootshalle umgebaut werden. Diesem Projekt stimmte die überwiegende Mehrheit der Mitglieder zu.

    Damit hatte nun endlich ein jahrelanges Diskussionsthema sein Ende gefunden. Im April 2005 erfolgte in Anwesenheit der Presse die offizielle Einweihung des Bootshausumbaus. 39 Mitglieder hatten sich mit 4.654 freiwillige Arbeitsstunden am Umbau beteiligt.

    EZB-Ruderer bei der Borussia

    Mit der Spgm. der Europäischen Zentralbank wurde 2004 ein Partnerschaftsvertrag analog dem der BSG Deutsche Bank abgeschlossen. 2005 haben nach 18 monatlicher Unterbrechung die Carl-Schurz-Schule und die FRG Borussia das Schulrudern wieder aufgenommen. In diesem Jahr konnte der 2.400 Gesamtsieg seit der Gründung der FRG Borussia geholt werden.

    Im Juni 2006 wurde im Bootshaus das 25jährige Jubiläum der Sparte “Rudern” der BSG Deutsche Bank zusammen mit dem 110jährigem Bestehen der “Borussia” gefeiert. Aus diesem Anlaß wurden zwei Boote getauft. Die BSG gewann seit ihrer Gründung 1981 insgesamt 71 Rennen auf den Betriebssport- Regatten.
    Die FRG Borussia hat zur Zeit 198 Mitglieder (inklv. BSG und EZB-Mitglieder) und steht bei 2.411 Gesamtsiege (Stand 11. Juni 2006).

    Hoffen wir, daß die FRG Borussia auch weiterhin neue Mitglieder gewinnt und in ihrer Führung solche Frauen und Männer findet, die mit Idealismus treu der Sache dienen.

    W.Fritscher

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